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Eins, zwei, drei… weg ist das Ei

Der Eierverbrauch ist im Zoopark in den letzten Wochen etwas gestiegen. In der Gesamtmenge von 16 500 Eiern, die der Zoopark pro Jahr verbraucht, fällt die hinzugekommene Anzahl rein mengenmäßig nicht ins Gewicht. Allerdings werden nun keine zusätzlichen Hühnereier benötigt, sondern Finken- und Wachteleier. Es sind nämlich kulinarisch anspruchsvolle, neue Zöglinge ins Elefantenhaus eingezogen: die Eierschlangen.

Insgesamt zwei Ostafrikanische Eierschlangen der Gattung Dasypeltis haben im oberen Bereich der Terrarienabteilung Quartier bezogen. Es gibt viele Schlangen, die sich von Kleinsäugern, Fröschen oder kleineren Reptilien ernähren und dabei auch Eier nicht verschmähen. Ganz anders die Afrikanischen Eierschlangen: sie fressen nichts als Eier – und auch die nur, wenn sie ganz sind. Wer die dünnen Schlangen sieht, kann sich kaum vorstellen, dass sogar ein Wachtelei hineinpasst. Beim Verschlucken des Eis bekommt das Tier erstmal sprichwörtlich einen dicken Hals. Wie knackt die Schlange nun das Ei? Mit den Zähnen geht es nicht! Die Lösung: mit Dornfortsätzen an den Wirbeln wird das Ei in der Speiseröhre aufgeritzt, starke Muskeln drücken dann die Eierschale zusammen und der Inhalt fließt zu den Verdauungsorganen. Die Eierschale wird anschließend als kleines Päckchen nach vorn wieder ausgewürgt.
Eierschlangen sind gute Kletterer. Sie sind sehr geschickt in den Bäumen Afrikas unterwegs, um in der Dämmerung und nachts Vogelnester zu finden. Da zwischen den Brutzeiten der Vögel auch in Afrika mehrere Monate Pause liegen, können Eierschlangen sehr lange fasten, teils bis zu acht Monate. Dies gelingt jedoch nur, wenn sie zuvor entsprechende Beute machen konnten und sich Fettreserven zugelegt haben.
Die Eierschlangen im Zoopark haben sich für die vielen Eierspenden gut revanchiert und bereits selbst Eier gelegt. Bleibt abzuwarten, wie viele Jungtiere im Brutapparat schlüpfen werden.
Und dass die Minieier den Minieierschlangen auch munden werden. Denn auch Schlüpflinge vermögen, von Anfang an über Wochen zu fasten.


Eisbomben für Berberaffen

Abkühlung tut Not! Nicht nur Menschen erfreuen sich bei diesen Temperaturen an einer Erfrischung. Auch die Zooparktiere suchen eine Möglichkeit, sich abzukühlen. Während die Hochgebirgstiere wie die Yaks den kühlen Stall aufsuchen, gehen die Nashörner und Elefanten gerne zum Schlammbaden. Frisch gebadet, sind sie von einer kühlenden Erde-Sandkruste bedeckt, die obendrein auch noch die Fliegen abhält. Fast schon menschlich ist dagegen die Art, wie Berberaffen sich ein wenig Kühlung verschaffen: es gibt Eis! Allerdings nicht die „Milcheis–mit–Sahne“ Variante, sondern zuckerfreies Wassereis. Also kühl und gesund heißt hier die Devise.
Der „Eisbecher“ hat dabei auch andere Dimensionen, fasst er doch gut 3 l Wasser…
In der Futtermeisterei werden die Eisbomben zubereitet. Etwas Wasser wird gefroren, eine Schicht Obstschnitzel oder Gemüsestücke eingebracht, mit Wasser übergossen und eingefroren. So wird Schicht für Schicht in den Eimer gefüllt, damit der Inhalt gleichmäßig in der Eisbombe verteilt ist.
Es ist für die Berberaffen gar nicht so leicht, an den Inhalt im Eisblock zu gelangen. Da wird geschoben und gedreht, mit den Fingern im weich werdenden Eis gepult, oder per Zunge am Eis geschleckt. Jeder entwickelt eine andere Technik, Spaß macht es allen.
Da der „Testlauf“ am Freitag sehr gut geklappt hat, wird bei der nächsten Affenhitze wieder Eis an die Berberaffen verteilt.


Glitzerndes Kleinod im Zoopark zu bestaunen

Was ist klein, blau und läuft an der glatten Scheibe hinauf? Der neue Himmelblaue Zwerggecko im Zoopark. Aufgrund seines lateinischen Namens Lygodactylus williamsi, wird der kleine, gerade mal 5 cm lange Gecko von der Belegschaft liebevoll als „Willi“ betitelt. Er ist sehr neugierig und beobachtet alles, was im und vorm Terrarium geschieht. Anders als die nachtaktiven Tokehs und Leopardgeckos ist er tagaktiv und deshalb für Besucher gut zu sehen.
Er lebt friedlich mit den Rosenkäfern zusammen, die nur unwesentlich kürzer sind als er. Da seine Beute aus kleinen Grillen, Fliegen oder Springschwänzen besteht, sind die Käfer aufgrund ihrer Größe und Breite nicht in Gefahr. Als aktiver Jäger sieht man den Gecko äußerst flink die Äste, Wände oder auch die Glasscheibe hochflitzen.
Der metallic blaue Flitzer sucht übrigens noch ein Weibchen. Diese sind unscheinbarer gefärbt und schmücken sich mit Grün- und Bronzetönen.
Bleibt zu hoffen, dass sich für „Willi“ bald eine „Maja“ findet, und beide dann fleißig wie die Bienchen sind. Pro Gelege werden dann bis zu zwei Eier in hohle Bambusröhren oder andere geeignete Plätze abgelegt oder besser angeklebt. Die schlüpfenden Jungtiere sind gerade mal 1,5 bis 2 cm groß.
Der Zwerggecko sucht übrigens noch einen Paten. Infos unter www.zooparkfreunde.de oder Tel: 0361-7518833.

Spaltfußgänse bereichern das KangarooLand

Der Thüringer Zoopark Erfurt hat in letzter Zeit mehrere neue Bewohner erhalten.
Eine ganz neue Art sind die Spaltfußgänse. Die Vögel kommen ursprünglich aus
Tasmanien, Nordaustralien und dem Süden Neuguineas. Die Erfurter Tiere stammen aus dem Zoo Krefeld.
Namensgebend ist die besondere Fußform. Die Schwimmhäute zwischen den Zehen enden auf halber Strecke und bedecken nicht den gesamten Zehenzwischenraum. Mit den verlängerten Zehen sind die Gänse in der Lage, auch auf Ästen zu sitzen.
Gerne nutzen sie diese Möglichkeit und schlafen im Geäst. Auch beim Brüten hält es diese Art anders als die übrigen Gänse: gebrütet wird nicht am Boden sondern erhöht. Auf nieder getretenem Schilf, auf großen Grashorsten oder im dichten Gebüsch auf einem Ästehaufen wird ein Bruthügel angelegt. Der Ganter und seine ein bis zwei „Damen“ wechseln sich beim Brüten ab.
Wer die neuen Bewohner im KangarooLand entdecken möchte, hat es nicht schwer. Die Gänse sind auffallend schwarz-weiß gezeichnet und relativ groß. Besonders auffällig ist ihr Ruf: er ähnelt dem Klang einer alten Hupe, bei der man auf die Blase am Schalltrichter drückt. Das erste Zusammentreffen zwischen Grauen Riesenkängurus, Emu und Spaltfußgänsen verlief absolut ruhig. Als ob sie schon immer zusammen gelebt hätten. Man kann nur hoffen, dass es so bleibt. Immerhin werden Spaltfußgänse 20 bis 25 Jahre alt – auf so lange Sicht sollte man sich mit den unmittelbaren Nachbarn deshalb gut verstehen.


Rappenantilopen im Zoopark eingetroffen

Der Zoopark ist um eine weitere, attraktive Tierart reicher.
Seit letzter Woche kann man vier Rappenantilopen im Zoopark bewundern.
Eine davon ist noch sehr klein: der jüngste Sprössling der Gruppe ist Anfang Februar geboren. Während bei Jungtieren das braune Fell zunächst gelbe Töne beinhaltet, sind die erwachsenen Weibchen rötlich-braun, die Böcke sind schwarz. Neben der imposanten Größe und dem Gewicht von über 200 kg bei den Männchen, fällt vor allem der Kopfschmuck bei beiden Geschlechtern auf. Zwei nach hinten rund gebogene Hörner, die bei den Böcken bis zu 1 m Länge erreichen können.
Die Tiere – ein Bock, zwei Kühe und das Jungtier – sind ein Geschenk vom Zoo Augsburg. Offensichtlich gefällt es den Antilopen bereits sehr gut im Zoopark. Denn bereits zwei Tage nach Ankunft wurde der Antilopenbock beim Decken beobachtet. Wenn alles gut geht, wird dann in 260 bis 270 Tagen eine kleine Antilope das Licht der Welt erblicken.
Wenn die Afrika-Savanne fertig gebaut ist, werden die Rappenantilopen zusammen mit den Damara-Zebras und Straußen vergesellschaftet. Derzeit sind die Rappenantilopen noch auf dem Plateau neben den Yaks zu bewundern.


Frühlingserwachen im Zoopark

Der Frühling zieht im Zoopark ein – und mit ihm zieht es Mensch und Tier wieder nach draußen in die Natur.
Die Grauen Riesenkängurus machen bereits wieder Riesensprünge im KangarooLand. Endlich ist alles Eis aus der Freianlage verschwunden und damit die Unfallgefahr gebannt. Gleiches gilt auch für die Giraffen, die nun mit großen Schritten wieder die Außenanlage abschreiten. Auch die Elefanten und Nashörner nehmen ihre Außengehege bereits in Beschlag. Sobald es noch etwas wärmer wird, wird dann wohl auch die "Freibadsaison" wieder eröffnet. Freilich in der tiergerechten Variante des Schlammbads. Eine Wohltat für die empfindliche Dickhäuterhaut.
Auch Klammeraffennachwuchs "Carlos", machte schon erste Schritte mit seinen Schwestern im Außengehege nach dem Umzug in den Affendschungel. Das Gehege wurde extra für die Klammeraffen neu eingerichtet, damit die typische Fortbewegungsweise - das Schwinghangeln – auch in luftiger Höhe mühelos klappt. Die bisherige Unterkunft, das alte Affenhaus, wird zum Frühjahrsende restlos verschwunden sein.
Aber nicht nur die Natur erwacht aus ihrem Schlaf. Jetzt, wo der letzte Schnee verschwunden und der Boden wieder aufgetaut ist, fällt der Startschuss für den Neubau der Afrikasavanne und für die Südamerika-Anlage. Bagger und Co. erneuern den Zoo, nicht zuletzt dank der finanziellen Hilfe des Vereins der Zooparkfreunde in Erfurt e. V.
Wer kostengünstig nicht nur den Frühling sondern alle Jahreszeiten im Zoopark genießen will, dem sei eine Jahreskarte empfohlen. Für nur 22 Euro für Erwachsene, 11 Euro je Kind und 52 Euro für die ganze Familie ist ein Zoobesuch mit der Jahreskarte an 365 Tagen im Jahr möglich. Jahreskarten sind an der Zookasse oder per Internet unter www.zoopark-erfurt.de erhältlich. Der Zoopark hat im März täglich ab 10 Uhr geöffnet.


Frühjahrsputz bei Meise und Co.

Im Zoopark erwacht die Natur – der Frühling ist da. Die ersten Vögel singen und bald beginnt die Brutzeit. Die Meisen begutachten bereits die Nistkästen. Höchste Zeit, im Zoopark die Nistgelegenheiten im Park zu kontrollieren und zu reinigen.
Herr Günter Praedicow und Frank Machts notieren exakt, wer im Vorjahr in einem der 72 Kästen gebrütet hat. So wurden diesmal 53 Meisennester und sieben Sperlingsnester gezählt. Nicht jede Behausung wurde jedoch vom vorgesehenen Nutzer auch belegt. In einem Kasten hatten beispielsweise Hornissen ihre Waben gebaut. Anders als ihr Ruf sind Hornissen friedliche Insekten, die auch kein Interesse an Softgetränken, Süßigkeiten oder anderen Speisen auf dem Tisch zeigen.
Nur wenige Menschen wissen, dass nicht nur unsere einheimischen Vögel immer weniger Nistmöglichkeiten finden. Auch die bedrohten Hornissen leiden unter dem Mangel an natürlichen Brutstätten. Artenschutz im Zoo bedeutet letztendlich auch, die einheimische Tierwelt zu schützen und zu erhalten. Jedes Jahr erhöht sich deshalb im Zoopark die Anzahl der aufgehängten Singvogel-, Hornissen- und Fledermauskästen. Firmen, Privatleute und Schulklassen haben dem Zoopark für diesen Zweck in der Vergangenheit dankenswerterweise bereits mehrere Kästen gespendet. Wer möchte, kann dies auch im Jahr 2010 tun. Die vielfältige Wald- und Wiesenlandschaft am Roten Berg bietet noch viel Platz für Nistgelegenheiten einheimischer Tiere.


Nashörnchen "Jambo" wittert Frühlingsluft

Endlich ist es soweit: das jüngste Mitglied der Erfurter Nashornfamilie "Jambo" darf mit ins Freie. Nun sind die Temperaturen so hoch, dass auch ein mehrstündiger Ausflug mit Mutter "Numbi" nicht zu einem Schnupfen führen kann. Das wäre bei einer derartig großen Nase wahrlich kein Vergnügen. Während die anderen drei grauen Riesen "Kiwu", "Temba" und "Tuli" auch im Winter stundenweise auf die Außenanlage durften, war dies für den Kleinen nicht möglich. Aufgrund der geringen Körpermasse (keine halbe Tonne!) wäre er zu schnell ausgekühlt.
Jetzt aber geht es bei Sonnenschein täglich nach draußen. Das Minihörnchen hat viel Spaß daran, über die Freifläche zu flitzen. Mutter "Numbi" kann da nicht immer mithalten, wenn der Sprössling auf kurzen aber dicken Beinchen über den Sandboden fegt. Koordiniertes Bremsen und Lenken muss allerdings noch ein wenig gelernt werden. Jetzt heißt es erstmal: "Ich will Spaß, ich geb´ Gas". Wer den munteren Kleinen bei seinen Ausflügen im Freien beobachten möchte, kann dies bei gutem Wetter täglich tun. Aufgrund der unterschiedlichen Wetterlage gibt es aber keine festen Ausgangszeiten.
Ab April hat die Zooparkkasse wieder von 9 Uhr bis 17:30 Uhr ihre Pforten geöffnet.