Winterzeit – Zeit für die Liebe

Schnee, Minusgrade und Sonnenschein: das ist einfach das perfekte Winterwetter zum Schneekugeln rollen, Eiszapfen knacken oder über glatte Flächen schlittern. Das finden auch die vier lebhaften und verspielten neuseeländischen Kea-Papageien im Thüringer Zoopark Erfurt.

Aber etwas ist doch anders in diesem Jahr, denn vor einiger Zeit hat sich „Ruby“, die Chefin der Gruppe, piepsend und hüpfend um den ruhigen „Klaus“ bemüht und sich anschließend mit ihm in den Innenraum der Voliere zurückgezogen. Clown „Maurice“ und die Jüngste der Gruppe „Nadea“ haben das Nachsehen, auch wenn sie immer wieder neugierig um die Ecke schauen. „Ruby“ weist sie sofort zurück: „Ihr bleibt draußen.“

Denn das „Werben“ war erfolgreich. In der „Kiste“ liegen jetzt schon zwei Eier, die bewacht und rund 30 Tage lang von „Ruby“ bebrütet werden. „Klaus“ füttert seine Herzensdame in dieser Zeit liebevoll. „Maurice“ und „Nadea“ müssen die Zurückweisungen akzeptieren.

Die großzügige Voliere für Kea-Papageien, die sich zwischen Giraffenanlage und neuer Elefantenanlage befindet, scheint der ideale Ort für den Kea-Nachwuchs in einer Gruppe zu sein. Normalerweise brüten immer nur einzelne Kea-Paare, freut sich Tierpflegerin Martina Böhm.

Die Voliere besteht aus einem Tierhaus und einem Außenbereich. Neben einer Wasserstelle enthält sie auch Sitz- und Kletterbäume sowie Wurzelstubben und erinnert mit Fels, Geröll, Gräsern und Farnen an die neuseeländische Heimat der Keas. Die Anlage ist unter Aufsicht begehbar, z.B. bei Führungen. Auf Grund der Brutzeit ist sie für Besucher aber aktuell geschlossen.

Der Kea oder Bergpapagei (Nestor notabilis) ist eine etwa 45 Zentimeter lange Vogelart aus der Gattung der Nestorpapageien. Er ist relativ unauffällig gefärbt mit überwiegend olivgrünem Federkleid und lebt in den Gebirgen der Südinsel Neuseelands. Neben Samen, Früchten, Knospen, Knollen und Wurzeln von Pflanzen frisst er auch Insekten und bei Gelegenheit auch Aas. Keas gelten als sehr intelligente Vögel. Sie sind in der Lage, Werkzeuge zu nutzen und haben ein sehr gutes technisches Verständnis. Ihre Population in freier Natur wird auf 1.000 bis 15.000 Exemplare geschätzt. Deswegen gilt der Kea als gefährdet.

Beitrag erstellt am: 14.02.2018 | zurück zur Übersicht