Thüringer Umweltschutzzentrum entsteht als Zwischennutzung im alten Elefantenhaus

Um das alte Elefantenhaus bis zu seinem geplanten vollständigen Umbau nutzen zu können, haben sich Zoopark und Zoopark-Stiftung jetzt entschlossen, das Gebäude als Kalthaus für kälteresistente Tiere in Kombination mit einer Umweltschutzausstellung zwischen zu nutzen. Damit entsteht ein barrierefreier Zugang zur Terrassenebene der Stachelschweine und dem Geiertal.

Mit vielen Ideen und Enthusiasmus gestalten Tierpfleger gemeinsam mit Auszubildenden, FöJlern (Freiwilliges Ökologisches Jahr), Gärtnern und Handwerkern die obere Etage und die ehemalige Elefantenlauffläche. In den Terrarien werden Tiergruppen und Tierarten gezeigt, die teilweise ganz neu im Zoopark zu sehen sind. Es handelt sich entweder um einheimische bzw. bedrohte Arten wie Feuersalamander, zoologisch interessante Tiere wie Axolotl, aber auch Publikumslieblinge wie Frettchen oder Zwergmäuse.

Eine Umweltschutzausstellung informiert begleitend über verbotene Souvenirs, Plastikmüll im Meer und andere Themen. Unter dem Motto “Artenschutz für Jedermann” können sich Besucher Anregungen holen, um selbst für den Tier- und Umweltschutz aktiv zu werden. Auch die Problematik der invasiven (gebietsfremden) Arten für unsere einheimischen Tiere und Pflanzen wird thematisiert.

“Marina kehrt heim”: Erfurts bekanntester Afrikanischer Elefant wird als Skelett vom Phyletischen Museum Jena wieder in den Zoopark zurückkehren und auf der ehemaligen Lauffläche präsentiert werden. Schmitz Cargobull Gotha übernimmt dankenswerterweise den Transport.

Die Thüringer Zoopark-Stiftung finanziert die nötigen Renovierungs- und Gestaltungsarbeiten. Für einen weiteren Ausbau des Hauses und die Schaffung von Besucherattraktionen werden noch Spender und Sponsoren gesucht.

Thüringer Zoopark-Stiftung bietet der Stadt Erfurt Gespräche über die strukturelle Neuausrichtung des Thüringer Zooparks an

Die Thüringer Zoopark-Stiftung bietet der Stadt Erfurt Gespräche über eine strukturelle Neuausrichtung des Thüringer Zooparks an. „Gerade im Freizeitbereich befindet sich unsere Gesellschaft in einem tiefen Umbruch. Diese Entwicklung stellt für den Zoopark eine enorme Herausforderung dar“, erklärt der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Michael Tallai. Notwendig seien etwa neue, stark ausstrahlende Attraktionen, eine deutliche Stärkung der Umweltbildung, die Steigerung der Aufenthaltsqualität und ein zeitgemäßes Leit- und Informationssystem. Dazu bedürfe es zusätzlicher Investitionen.

Die Thüringer Zoopark-Stiftung hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2015 darum bemüht, solche zusätzlichen Investitionen anzustoßen – etwa mit dem Vorhaben, das alte Elefantenhaus in ein Umweltschutzzentrum umzubauen. „Wir mussten jedoch feststellen, dass die bisherige strukturelle Aufstellung des Thüringer Zooparks als Bremsklotz wirkt“, berichtet der Vorsitzendes des Stiftungsvorstands, Klaus-Peter Uth. Sie stelle auch die tiefere Ursache dar für die Probleme in der Weiterentwicklung der Einrichtung, die in den vergangenen Jahren bekannt wurden. Deshalb möchte die Stiftung mit der Stadt offiziell über eine Neuausrichtung und Neuaufstellung des Zooparks verhandeln. „Aufgrund der hohen Fachkompetenz in unseren Gremien sehen wir uns als einen geeigneten Partner dafür“, so Klaus-Peter Uth.

Der Thüringer Zoopark-Stiftung ist es ein Anliegen, den Gesprächs- und Verhandlungsprozess von Anfang an offen und transparent zu führen. „Deshalb wünschen wir uns ein offizielles Mandat durch den Erfurter Stadtrat“, betont Michael Tallai. Er geht davon aus, dass in spätestens sechs Monaten konkrete Ergebnisse und Zukunftskonzepte vorliegen werden, über die dann intensiv diskutiert werden kann.