Alle Neuigkeiten aus dem Erfurter Zoopark

27.06.22: Flamingo Küken geschlüpft!

Wir freuen uns über Nachwuchs bei den Flamingos: 4 Küken sind mittlerweile geschlüpft. 2 weitere können noch folgen. Ihr erkennt die Jungvögel an ihrem grauen Daunenkleid. Rosafarben sind sie erst nach vier Jahren.
Deren Schnäbel krümmen sich übrigens auch erst im Laufe der Zeit. Das liegt daran, dass sie am Anfang von den Eltern mit Futter, der sog. Kropfmilch, versorgt werden. Flamingos leben paarweise, ihr ganzes Leben lang. In Brut-Stimmung kommen die Paare einmal im Jahr. Licht und Wärme nehmen Einfluss auf das Brutverhalten, weshalb sie bei uns immer im Sommer brüten. Das Ausbrüten übernehmen beide Elternteile. 30 Tage dauert der Vorgang. Dabei weiß jeder, welches Ei wem gehört. Dennoch leben Flamingos gerne zusammen, in Kolonien. Sie fühlen sich in der Gruppe sicherer. Diese schönen Tiere sind auf der Suche nach Tierpaten. Wenn ihr euch dafür interessiert, kontaktiert die Thüringer Thüringer Zoopark-Stiftung. Mit 175 Euro im Jahr leistet ihr einen tollen Beitrag für euren Zoopark.

25.06.22: Ein neues Zuhause für Josh und Luke

Die kleine Känguruart zieht innerhalb des Zooparks um. Der Grund: In der Vergangenheit gab es immer wieder Reibereien in der begehbaren Känguruanlage. Dort sind die Sumpfwallabys Josh und Luke nämlich mit den Bennettkängurus aneinander geraten und ließen oft kein graubraunes Haar am jeweils anderen Känguru.

Die kleine Känguruart zieht innerhalb des Zooparks um. Der Grund: In der Vergangenheit gab es immer wieder Reibereien in der begehbaren Känguruanlage. Dort sind die Sumpfwallabys Josh und Luke nämlich mit den Bennettkängurus aneinander geraten und ließen oft kein graubraunes Haar am jeweils anderen Känguru. Regelmäßige Zoopark-Besucher können sich vermutlich noch an die Anlage von Gepard Ghalib erinnern. Sie befindet sich neben dem Geiertal, oberhalb vom Alten Elefantenhaus. Die Anlage steht leer und wird nun in Eigenleistung des Zoos für die Sumpfwallabys umgebaut. Rund 6.000 Euro stehen für die Umbaumaßnahme zur Verfügung – Geld, welches der Zoopark durch Besucher-Spenden im Jahr 2021 akquirieren konnte. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle! Damit die Tiere auch einen Rückzugsort haben, wird ein Unterstand mit angrenzender Box zur artgerechten Haltung benötigt. Der Verein der Zooparkfreunde sammelt deshalb mit Hilfe des Erfurter Spendenparlaments eine Fördersumme von 2.000 Euro, um EIN NEUES ZUHAUSE FÜR JOSH UND LUKE zu bauen. Wer für dieses Projekt spenden möchte, kann dies gern hier tun: Ein neues Zuhause für Josh und Luke

Die Bauarbeiten sollen rund 4 Wochen andauern. Der Känguru-Umzug ist noch dieses Jahr geplant.

24.06.22: Verband entwickelt erstmals Nutztierkoffer

Der Verband der Zoologischen Gärten hat den VdZ-Nutztierkoffer entwickelt und ihn insgesamt 50 Zoos und Tierparks zur Verfügung gestellt – der Thüringer Zoopark Erfurt hat auch einen ergattert.
Mit der umfangreichen Materialiensammlung, die in Deutschland einmalig ist, können Zoopädagogen interessierten Gästen nun noch umfassender vermitteln, welche Merkmale und Vorteile einheimische Nutztiere haben und warum sich die Mitglieder des Verbandes dafür einsetzen, dass bedrohte Rassen wie das Hinterwälder Rind und das Thüringer Kaninchen nicht aussterben. „In der auf Leistung orientierten Landwirtschaft haben viele alte Nutztierrassen leider inzwischen einen geringen Stellenwert, weil sie nicht über aktuell gewünschte Zuchtmerkmale wie schnelles Wachstum oder eine ertragreiche Milchproduktion verfügen“, sagt die stellvertretende VdZ-Geschäftsführerin und Projektinitiatorin Dr. Julia Kögler. „Daraus resultiert ihr bedrohlicher Bestandsrückgang. Doch als Teil der biologischen Vielfalt und unseres Kulturerbes sind sie äußerst schützenswert.“ Deswegen haben der Verband der Zoologischen Gärten und der Landschaftstierpark Arche Warder 2020 gemeinsam ein Projekt ins Leben gerufen, das die Stärkung des Beitrages von Zoos zum Erhalt bedrohter Nutztierrassen zum Ziel hat. Als anerkanntes Modell- und Demonstrationsvorhaben wird das dreijährige Projekt durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanziert. „Gemeinsam mit dem Projektpartner Arche Warder und dem Verband deutschsprachiger Zoopädagogen hat der VdZ ein Jahr lang den Nutztierkoffer konzipiert. Wir freuen uns, ihn jetzt Zoos mit Bezug zur Nutztierhaltung zur Verfügung zu stellen“, sagt Julia Kögler. Unter anderem enthält der Koffer Memory-Karten, Beispiele für aus Nutztieren hergestellte Konsumprodukte und Informationen zu den ursprünglichen Wildtier-Stammformen unserer heutigen Haustiere. Zoobesucher, besonders Kinder und Jugendliche, können somit spielerisch über die gegenwärtige Bedrohung einheimischer Nutztierrassen aufgeklärt und für den Schutz der Biodiversität und des Klimas sensibilisiert werden. Die Kosten für Entwicklung, Produktion und Versand der 50 Koffer lagen bei rund 35.000 Euro.

21.06.22: Löwin Latika überraschend verstorben

Wir müssen heute leider eine traurige Nachricht verkünden. Unsere junge Löwin Latika ist verstorben. Sie wurde nur 3 Jahre alt. Wir sind alle tief traurig und fassungslos.

Erst am vergangenen Freitag haben wir bei Latika eine Routine-OP durchgeführt. Die Löwin wurde kastriert, um zu verhindern, dass sie sich mit ihrem Vater paart. Ihr ging es bis dato gut, sie hat sich unauffällig verhalten, gespielt und gefressen wie immer. Weil sie nach der Narkose nur schwer wieder auf die Beine kam, stand sie unter besonderer Beobachtung. Leider konnte gestern nur noch der Tod festgestellt werden. Eine erste Obduktion heute morgen hat ergeben, dass sie nicht aufgrund des Routine-Eingriffs verstorben ist. Alles sah gut aus. Allerdings konnten die Mediziner feststellen, dass Latika massive Veränderungen an Leber und Lunge aufweist. Dies wird nun histologisch untersucht. Und wieder heißt es: wir müssen warten bis die endgültige Todesursache klar ist. Wir bitten euch deshalb um Geduld und danken euch von Herzen für die Anteilnahme.

14.06.22: Impressionen vom Kinderfest 2022

Wow, was für ein toller Tag! Wir bedanken uns bei allen Gästen, Ausstellern, Künstlern und Kollegen für ein großartiges Kinderfest 2022! Alle Fotos vom Kinderfest findest du hier...

02.06.22: Kleiner Yakbulle geboren

Es gibt wieder Nachwuchs im Thüringer Zoopark Erfurt. Pünktlich zum Kindertag erblickte gestern ein Hausyak das Licht der Welt. Der neue Zoobewohner, ein kleiner Bulle, hört auf den Namen Safin, ist gesund und hat heute sogar schon seine Ohrenmarken erhalten.

27.05.22: Zum Kindertag: Freier Eintritt für die Kleinen im Thüringer Zoopark Erfurt

Mittwoch ist Zoo-Tag! Zumindest kommenden Mittwoch, denn am 01. Juni 2022 ist internationaler Kindertag. Und da an diesem besonderen Tag die Kinder im Fokus stehen, lädt der Thüringer Zoopark Erfurt alle Kids bis einschließlich 14 Jahre herzlich ein. Sie erhalten an diesem Tag kostenlosen Eintritt.

Der Zoopark bedankt sich mit dieser Aktion bei den treuen kleinen Tier-Fans. Für sie gibt es hier viel zu entdecken: Bestaunt werden können auf dem Bauernhof die jungen Ziegen und Schafe, Borstenhörnchen-Jungtiere in der Löwensavanne, ein Bisonkalb ganz oben auf dem Plateau im Zoopark und nebenan tummelt sich eine Gruppe Präriehunde mit Jungtieren. Außerdem freut sich Elefantin Ayoka sicher über einen Besuch.

25.05.22: Zoopark-Briefmarken kommen auf den Markt

Heute haben wir wieder zu einem Pressetermin eingeladen. Denn in Kooperation mit der FUNKE Post werden Briefmarken mit fünf verschiedenen Zoopark-Motiven ab dem 1. Juni eingeführt. Diese sind bei uns im Zooshop erhältlich. Und damit der Gruß aus dem Zoopark mit der passenden Briefmarke direkt versendet werden kann, hängt ab sofort am Zoo-Shop ein roter FUNKE Post-Briefkasten.

Unsere Zoodirektorin Sabine Merz freut sich über das tierische Standardbriefmarkensortiment: "Die Tiermotive sind einzigartig: Himmelblauer Zwergtaggecko, Erdmännchen, Gepard, Zebras und Elefantin Ayoka stehen symbolisch für die Artenvielfalt unseres Zooparks." Auch Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein war beim Pressetermin anwesend und findet, dass die Briefmarken einen besonderen Stellenwert verdienen: "Sie sind klasse geworden. Vor allem der Himmelblaue Zwergtaggecko ist ein echter Hingucker. Ich freue mich, dass es das zooeigene Artschutzprojekt auf eine Briefmarke geschafft hat." Bei der Briefmarken-Vorstellung waren auch die Partner Zooparkverein und Zooparkstiftung anwesend. Denn selbstverständlich hat die FUNKE Post nun auch eine Tierpatenschaft für 2 Erdmännchen abgeschlossen.

16.05.22: So schön waren die Zootage!

Wir bedanken uns bei euch, dass ihr die Zootage nach 2 Jahren Pause wieder zu einem Erlebnis gemacht habt. Für alle, die nicht dabei sein konnten: Im Herbst gibt es noch einmal die Chance, den Tieren sehr nah zu kommen.

 

 

13.05.22: Endlich wieder Erfurter Zootage!

Wir führen euch am kommenden Wochenende wieder hinter die Zoo-Kulissen. Denn am 14. und 15. Mai finden die beliebten Zootage im Frühling statt. Besucher erhalten einen exklusiven Einblick in die Arbeitswelt der Zootierpfleger, können ihre Fragen stellen und lernen Wissenswertes über die Tiere. Das alles ohne Aufpreis – lediglich der Zoo-Eintritt wird an der Kasse gezahlt.

So besteht zum Beispiel die Möglichkeit an Führungen im Sicherheitsbereich der Löwen oder auf dem Bauernhof teilzunehmen sowie unsere Futterküche zu besichtigen. Highlights sind sicherlich die kommentierten Fütterungen bei den Raubkatzen, Erdmännchen und Elefanten sowie die Fütterungen bei Affen und Kängurus. Bei der Lama-Fütterung dürfen sogar die Besucher mithelfen. Wer immer schon mal wissen wollte, wie sich Schlangen, Spinnen oder Schnecken anfühlen, hat von 11:00 bis 16:00 Uhr die Möglichkeit in der Zooschule dazu. Zudem demonstrieren verschiedene Futterausstellungen eindrucksvoll, wie hungrig kleine und große Tiere sein können und wie vielseitig und ausgewogen die Zusammenstellung der einzelnen "Menüs" ist. Wer mehr über die Arbeit von Zoopark-Verein und Zoopark-Stiftung erfahren möchte, hat zudem die Möglichkeit, beide Partner kennenzulernen und im Gespräch Neuigkeiten über aktuelle Projekte erfahren.

Hier geht's zum Programm!

Um lästige Wartezeiten an der Kasse zu vermeiden, kauft doch schon vorab im Onlineshop eure Tageskarten: Hier könnt ihr Tickets kaufen! 

 

27.04.22: Zoopark führt den Artenschutz-Euro ein

Der Thüringer Zoopark Erfurt will seinen Beitrag zum Schutz vom Aussterben bedrohter Tiere nun noch stärker leisten und führt ab sofort den freiwilligen Artenschutz-Euro ein.

Der Artenschutz-Euro wird – wenn gewollt – an der Kasse bezahlt. Pro Zahler, egal, ob Einzelperson oder Familie würde dann ein Euro in den Artenschutz fließen. Die Kassenmitarbeiterinnen weisen Besucher auf die Projekte hin, die mithilfe von Besucherspenden unterstützt werden sollen. Die diesjährigen Einnahmen fließen zu gleichen Teilen in drei Projekte – und schützen damit Fasane, Elefanten und Geckos. Alle Tiere sind schon jetzt oder demnächst im Zoopark Erfurt zu sehen. Für jedes Projekt gibt es einen zuverlässigen Projektpartner.

Die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe fördert die Wiederansiedlung des bereits im Freiland ausgerotteten Edwards-Fasans in Vietnam. Vom Geld wird beispielsweise ein Zuchtzentrum gebaut. Edwards-Fasane gibt es heute nur noch in Zoos und bei privaten Züchtern. Ein Zuchtpaar dieser knapp vor der Ausrottung stehenden Fasane wird im Herbst in die neue Vogelanlage im Zoopark einziehen. Die Zooparkstiftung und der Verein der Zooparkfreunde schenken dem Zoopark die neue Anlage als deren Beitrag zum Artenschutz.

Die Frankfurter Zoologische Gesellschaft ist Projektpartner für den Gonarezhou-Nationalpark in Simbabwe. Mit zirka 11.000 Elefanten ist dieses Schutzgebiet ein wichtiger Lebensraum. Über 400 Vogelarten sowie seltene Säugetiere wie der Afrikanische Wildhund finden hier ein sicheres Refugium. Mit dem Geld werden Forschung und Anti-Wilderereinheiten finanziert.

Das Gecko-Projekt wird zusammen mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz durchgeführt. Das Projekt wurde vom Zoopark initiiert und ist somit das erste eigene Artenschutzprojekt. Das Geld wird für Anti-Wilderereinheiten, Brandschneisen und die Rodung invasiver Bäume für den Erhalt des Tieflandregenwalds eingesetzt. Der Himmelblaue Zwergtaggecko ist demnächst in der Zooschule zu sehen.


Foto: Zoodirektorin Dr. Dr. Sabine Merz und die Zoo-Kuratorin Dr. Heike Maisch werfen Geld in den Spendentrichter im Elefantenhaus.

„Mit der Einführung eines freiwilligen Euros für den Artenschutz wollen wir konkrete Vor-Ort-Projekte zum Artenschutz unterstützen. Global denken und lokal Handeln bekommt mit dem Projekt zum Schutz der Taggeckos einen ganz praktischen Bezug. Es stärkt den Thüringer Zoopark als Bildungsort und wichtiger Netzwerkpartner im europäisch und weltweit vernetzten Artenschutz“, sagt der zuständige Beigeordnete Matthias Bärwolff.

Wer den Artenschutz-Euro an der Kasse nicht bezahlt hat, aber später doch spenden will, kann dies auch im Elefantenhaus tun. Dort gibt es dafür einen Spendentrichter. Zudem gibt es eine Spendenbox für den Gecko im Nashornhaus. Sämtliche Kurzinformationen zu den Projekten gibt es im Schaukasten hinter der Kasse sowie vor dem Nashornhaus.

Später erfahren die Besucher auch über Tafeln im Zoo, welche Projekte konkret zum Schutz der Arten mit dem gespendeten Geld finanziert werden konnten.

„Zootiere sind heute als Botschafter für ihre Lebensräume zu verstehen. Durch Umweltzerstörung, Raubbau an der Natur und der nicht nachhaltige Umgang mit den Ressourcen durch den Menschen, sind viele Tier- und Pflanzenarten von der Ausrottung bedroht. Auch indirekt über den Klimawandel und die Zunahme der Weltbevölkerung ist der Fortbestand vieler Arten gefährdet“, erklärt Zoopark-Kuratorin Dr. Heike Maisch. Zoos klären demnach nicht nur über die Zusammenhänge auf. Sie stellen Tiere zur Wiederansiedlung zur Verfügung. Steinböcke aus dem Zoopark Erfurt leben heute beispielsweise wieder im Karwendelgebirge in Österreich.

Foto: Die Projekte in der Übersicht

25.04.22: Thüringer Zoopark Erfurt wird Versuchsfläche für die Forschung

Hohen Besuch aus Berlin gab es am Montagmittag im Zoopark. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Bettina Hoffmann, reiste an. Gemeinsam mit dem zuständigen Beigeordneten der Stadtverwaltung, Matthias Bärwolff, sowie Vertretern der Fachhochschule Erfurt, der Zooparkleitung und eines Beratungsunternehmens für Umwelttechnologien wollte sie anlässlich des Tags des Baumes neue, klimaresistente Bäume pflanzen...

Gepflanzt wurden eine Edelkastanie (Castanea sativa) und eine Elsbeere (Sorbus torminalis) unterhalb des Verwaltungsgebäudes. Die Auswahl der Bäume wurde mithilfe der Klimaartenmatrix und einer Liste getroffen, die insbesondere die Frost- und Trockenverträglichkeit der entsprechenden Bäume bewerten. Es werden von jedem Baum drei Hochstämme in drei unterschiedlichen Vegetationszonen des Zooparks gepflanzt, darunter auch in die waldartigen Bereiche. Weiden werden als Heister auch als eventuelle Futterquelle gepflanzt. „Wir arbeiten mit unterschiedlichen Pflanzsubstraten, wie Terra Preta sowie Substratmischungen mit Blähschiefer und Ziegel-Recyclingmaterial“, sagte Nils Brand, Gartenbaumeister des Zooparks. Auf dem zooeigenen Bauernhof werden zudem einige alte Obstsorten angepflanzt. Dort sind sie Schattenspender, die nicht nur Früchte für die Bauernhoftiere bilden, sondern auch der Insektenpopulation zugutekommen. Weitere so genannte Bauminseln entstehen auf der Elefantenanlage.

„Dass wir im Zoopark Erfurt eine solche wissenschaftliche Untersuchung starten können, ist eine tolle Gelegenheit für unsere Stadt. Wir arbeiten auch im weiteren Stadtbild schon daran, unsere Bepflanzung klimaangepasster auszurichten. Ein großes Problem dabei ist es, das Wasser in der Stadt zu halten“, sagt der zuständige Beigeordnete Matthias Bärwolff.

Foto: Die Staatssekretärin Dr. Bettina Hoffmann und der Beigeordnete Matthias Bärwolff gießen eine Elsbeere.
Foto: Die Staatssekretärin Dr. Bettina Hoffmann und der Beigeordnete Matthias Bärwolff gießen eine Elsbeere.

Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Bettina Hoffmann sagt: „Die Klimakrise drängt uns auch in Deutschland immer mehr zum Handeln. Das zeigen die letzten trockenen Sommer, Hitzewellen, Starkregen und Hochwasser. Die Erwärmung ist so weit fortgeschritten, dass wir sowohl engagierten Klimaschutz als auch umsichtige Risikovorsorge brauchen, um uns gegen unvermeidbare Folgen zu wappnen. Mit dem Sofortprogramm Klimaanpassung unterstützt das Bundesumweltministerium Kommunen, die vorangehen wollen, und innovative Projekte, die Antworten entwickeln. Der Zoopark in Erfurt schließt gleich mehrere Wissenslücken: Die Fachleute sehen und erforschen die Klimarisiken für Tiere und Bäume und erproben gleich vor Ort erste Gegenmaßnahmen. Vom neu gewonnenen Wissen profitieren auch andere Kommunen für ihre Stadtentwicklung. Parks als kühle Orte der Erholung sind wichtig für unser aller Wohlbefinden“.

In den kommenden Monaten werden auch noch weitere Baumarten im Zoopark gepflanzt. Diese sind Purpur Erle (Alnus x spaethii), Weiße Maulbeere (Morus alba), Edelkastanie (Castanea sativa),  Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia),  Mehlbeere (Sorbus aria/thuringiaca), Ungarische Eiche (Quercus frainetto),  Schlangenhautkiefer (Pinus heldreichii) und Blumenesche (Fraxinus ornus). Bis zum Herbst sollen alle Bäume gepflanzt sein. Das Forschungsprojekt der Fachhochschule Erfurt und des Thüringer Zoopark Erfurt ist im April 2021 gestartet. Es soll bis 2024 laufen. Durch die trockenen Sommer und die Ausbreitung der Rußrindenkrankheit beim Ahorn sind hunderte von Bäumen im Zoopark abgestorben. Durch das das Projekt sollen nun die besten Baumarten für die verschiedenen Vegetationsarten gefunden werden. Finanziert wird dieses durch Mittel vom Bundesumweltministerium.

Im Zuge des Projektes wird auch das Regenwasser- und allgemeine Wassermanagement optimiert. Dabei werden verschiedene Bewässerungsmethoden getestet wie Tröpfchenbewässerung, Bewässerungssäcke, computergesteuerte Bewässerung und eine optimale Nutzung von Regenwasser.

Foto: Nils Brand, Gartenbaumeister des Zooparks, erklärt der Staatssekretärin die Bauminseln auf der Elefantenanlage.
Foto: Nils Brand, Gartenbaumeister des Zooparks, erklärt der Staatssekretärin die Bauminseln auf der Elefantenanlage.

Der „Rote Berg“, auf dem sich das Zoogelände befindet, bietet durch seine geologische Beschaffenheit, geographische und klimatische Lage einen sehr guten Standort für Forschungen mit trockenheitsverträglichen Pflanzen. „Einheimische Baumarten wie Esche und der Ahorn verschwinden fast vollständig vom Zoogelände. Selbst die Traubeneiche, die eigentlich gut mit trockenen Standorten zurechtkommt, stirbt bei uns im Zoo nach und nach ab. Aus diesem Grund sehen wir uns gezwungen, auch nichtheimische Baumarten zu verwenden, die einerseits mit den zunehmend veränderten Bedingungen umgehen können und ebenso Schatten spenden, die Luft verbessern und Lebensraum für viele Tiere schaffen“, so Zoodirektorin Dr. Dr. Sabine Merz.

Auf dem Gelände des Thüringer Zoopark Erfurt befindet sich ein Geschützter Landschaftsbestandteil (GLB) mit einem der wertvollsten Trocken-Halbtrockenrasen (11,2 Hektar) Thüringens. Mit vergleichenden Untersuchungen sollen optimale Klimabäume selektiert werden, die dann an andere Zooparks empfohlen werden können und auch für andere Standorte im öffentlichen Stadtraum interessant sind. „Es ist auch möglich, dass Bäume in suboptimal versorgten Varianten auch absterben. Deshalb werden wir mehrere Setzlinge jeder Baumart brauchen, um wissenschaftlich valide Ergebnisse zu erhalten“, sagt Nils Brand.