Herzlich Willkommen!

Mit fast 63 Hektar Fläche ist der Thüringer Zoopark Erfurt der drittgrößte wissenschaftlich geleitete Zoo Deutschlands und beherbergt rund 940 Tiere aus aller Welt in 136 Arten. Die großzügig gestalteten Anlagen sind dem natürlichen Lebensraum der Tiere nachempfunden. Viele davon sind auch für unsere Besucher begehbar. Damit erleben Sie Tiere aus aller Welt – beinahe hautnah!

Das Team des Thüringer Zooparks freut sich auf euren Besuch.

News aus dem Zoopark

28.02.24: Fällung Blauglockenbaum unumgänglich

Schweren Herzens müssen wir uns von unserem Blauglockenbaum am Nashornhaus trennen. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Über die letzten Jahre musste immer mehr Totholz entfernt und Pflaster ausgebessert werden, was uns zu einer erweiterten Untersuchung des Baumes veranlasste. Das Baumgutachten spricht leider eine deutliche Sprache, so dass der Blauglockenbaum heute im Sinne der Sicherheit für Mensch und Tier gefällt werden musste.

Die Paulownia befindet sich, laut des beauftragten Baumgutachters, in einer viel zu klein bemessenen und zum Teil durch Betonelemente stark eingegrenzten Baumscheibe, welche nicht nur im Durchmesser, sondern auch in der Tiefe nicht ausreichend Platz für eine ordentliche Verankerung der Wurzeln im Boden bietet. Resultierend aus dem Gut­achten wurde der Blauglockenbaum auf seine Standsicherheit überprüft. Das Ergebnis dieser Prüfung ergab, dass der Baum nicht standsicher und somit auch nicht verkehrs­sicher ist. Ein Rückschnitt könnte die Stand- und Verkehrssicherheit ebenfalls nicht garantieren und würde den Baum nachhaltig schädigen.

Aufgrund zahlreicher guter Eigenschaften des Blauglockenbaums haben wir bereits mehrere Bäume nachgepflanzt. Ein Exemplar befindet sich auf der Festwiese und ein anderer Baum wurde vor dem Teich an der Zooschule gepflanzt. Weitere Bäume stehen bei unserem Gärtnerteam in den Startlöchern. Bezüglich des Nashornhauses arbeiten wir an einer guten Lösung für eine zukünftige Beschattung und Bepflanzung.

Der Blauglockenbaum, auch bekannt als Paulownia, Kiri- oder Kaiserbaum, ist ein attrak­tiver wie bienenfreundlicher Park- und Zierbaum, der zu den beeindruckendsten und am schnellsten wachsenden Bäumen gehört. Besonders auffällig sind seine blauvioletten, nach Veilchen duftenden Blüten und die gewaltigen herzförmigen Blätter. Die großen Blätter binden Schadstoffe, verbessern die Luftqualität, verrotten schnell und reichern den Boden mit Humus an. Die Paulownia ist trockentolerant, unempfindlich gegenüber Schädlingen und gut an den Klimawandel angepasst. Durch die aufgrund des schnellen Wachstums deutlich schnellere CO²-Speicherung wird die Paulownia dem Ruf des Klima­baums mehr als gerecht. Sie bindet innerhalb von 20 Jahren mehr als 1.000 kg Kohlen­stoffdioxid; eine Eiche verbraucht im selben Zeitraum rund 26 kg. Auch die Toleranz gegenüber Hitze und Trockenheit kann in Zeiten des Klimawandels einen entscheidenden Vorteil bieten.

23.02.24: Nachwuchs bei den Keas

Nadea und Maurice, unser Kea-Zuchtpaar, hat erneut erfolgreich gebrütet. Vier Küken tummeln sich in der Nisthöhle, sie schlüpften am 9., am 10. sowie am 12. Februar. Die erfahrenen Elterntiere kümmern sich sehr gut um ihren Nachwuchs, der wohlauf und gut genährt ist.

Bis die vier Keas erstmals die Voliere erkundet, werden noch ein paar Wochen vergehen. Papageienvögel kommen nackt und schutzlos auf die Welt, sie sind auf Wärme und Futterbrei ihrer Eltern angewiesen. Aktuell haben die jungen Keas ein zartes Flaumfe­derkleid, in welchem sich langsam erste Federkiele zeigen. Vögel entwickeln sich in den ersten Wochen rasant. Während das älteste der vier Küken bereits die Augen öffnet, ist das zuletzt geborene Küken deutlich kleiner und die Augenlieder sind geschlossen.

Maurice trägt emsig Futter von der Außenvoliere zur Nisthöhle, damit Nadea und der Nachwuchs optimal versorgt sind. Nadea lässt sich nur selten in der Voliere sehen, die meiste Zeit verbringt sie mit ihren Küken. Bei der Aufzucht der Jungen werden die Elterntiere durch zusätzliche Futtergaben unterstützt. Kontrollen durch die Bereichs­pfleger und die Tierärzte erfolgen so wenig wie möglich und so viel wie nötig.

Ende März/Anfang April findet der erste große Check-Up-Termin des Tierarztes statt, dabei wird den Jungvögeln Blut abgenommen, sie erhalten eine erste Impfung und einen Transponder. Außerdem wird ihnen eine Feder gezogen, um per DNA-Test das Geschlecht bestimmen zu lassen. Diese Vorgehensweise ist üblich, da sich männliche Keas äußerlich nicht von ihren weiblichen Artgenossen unterscheiden. Erst danach wird es die Möglichkeit geben, über die Zoopark-Stiftung eine Patenschaft zu übernehmen.

Der Thüringer Zoopark Erfurt hält seit 2014 Keas (Nestor notabilis). Die in ihrer ur­sprünglichen Heimat Neuseeland stark gefährdeten Vögel sind ausgesprochen intelli­gente Papageien, die ein ausgeprägtes Sozial- und Spielverhalten zeigen und mit ihren Schnäbeln alles erkunden. Keas brauchen sehr viel Abwechslung. Deshalb landen immer wieder Dinge wie Kartons, Papprollen, Spielzeug und Holz in ihrer Anlage, die sie nach Herzenslust erkunden und zerlegen können.

01.02.24: Kleiner Kletterkünstler mit großer Aufmerksamkeit - der Gecko ist Zootier des Jahres

Im Aquarium des Kölner Zoos wurde gestern das Zootier des Jahres 2024 vorgestellt – der Gecko. Da die Bestände vieler Geckoarten akut gefährdet sind und immer weiter abnehmen, sollen die Geckos nun ein Jahr lang im Rampenlicht stehen. Der Thüringer Zoopark Erfurt ist seit vielen Jahren fester Partner des Kimboza-Forest-Projektes zur Rettung des Himmelblauen Zwergtaggeckos – einem der Fokustiere der diesjährigen Kampagne.

Zu Pulver zermahlen, als Tee aufgebrüht oder in Alkohol eingelegt – so endet manch Gecko und wird damit Opfer eines Aberglaubens, welcher den Tieren besondere Heilkräfte zuschreibt. Dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Beweise, doch die Nachfrage nach diesen vermeintlichen Medikamenten steigt dramatisch.

Generell sind Geckos mit einer Vielzahl unterschiedlicher Bedrohungen konfrontiert. Diese reichen von der Verschmutzung und dem Verlust des Lebensraumes, Schäden durch invasive Arten, dem Klimawandel bis hin zur übermäßigen Absammlung für den Heimtierhandel oder der Verwendung in der traditionellen asiatischen Medizin und als Delikatesse. Dabei faszinieren diese Reptilien uns Menschen, wenn sie sich mit speziellen Haftlamellen an den Zehen hervorragend auf glatten Flächen wie Blättern oder sogar Glas, sicher fortbewegen.

Viele Geckoarten haben nur kleine Verbreitungsgebiete und sind auf bestimmte Faktoren in ihrem Lebensraum angewiesen. Das Verbreitungsgebiet der Himmel­blauen Zwergtaggeckos etwa umfasst den gerade mal 4 km² großen Kimboza-Wald sowie zwei angrenzende kleine Gebiete in Tansania. Dort bedrohen Waldbrände und invasive Pflanzen die Geckos. Denn Himmelblaue Zwergtaggeckos sind für ihr Über­leben auf Pandanuspalmen angewiesen, die durch invasive Pflanzen verdrängt und durch Feuer zerstört werden.

Um den im Fokus stehenden Geckoarten zu helfen, werden mit den Kampagnen­geldern neue Schutzgebiete aufgebaut, Erhaltungszuchtstationen etabliert, Öffent­lichkeitsarbeit betrieben, Waldbrandschneisen angelegt und Ausrüstungsgegen­stände sowie Transportmittel für die Projektteams finanziert.

Eine Verknüpfung von In-situ- (im Lebensraum) und Ex-situ-Maßnahmen (in der Hal­tung) hat sich als besonders wirksam für einen effektiven Artenschutz herausgestellt. Projekte vor Ort, Behörden und zoologische Gärten müssen hierbei Hand-in-Hand arbeiten. Die IUCN (Internationale Union zur Bewahrung der Natur) verdeutlicht im neuen Positionspapier die Schlüsselrollen, die Zoologische Gärten an der Schnitt­stelle zwischen der Erhaltung in den Zoos und im ursprünglichen Lebensraum spielen.

2023 erfolgreiches Jahr für das Kimboza Forest Projekt

Im Jahr 2023 wurden allein im Thüringer Zoopark Erfurt 2749,19 Euro Spen­dengelder für das Kimboza Forest-Projekt gesammelt. Neben dem Spenden­trichter im Nashornhaus waren es auch Spenden und Erlöse zu Zooparkveran­staltungen, durch die diese hohe Summe zusammenkam. Mit dem Geld wird das Erhaltungsprojekt für den Himmelblauen Zwergtaggecko unterstützt und erweitert.

Der Himmelblaue Zwergtaggecko Lygodactylus williamsi ist fast ausgerottet. Er ist endemisch in Tansania und sein größtes Refugium – der Kimboza-Wald – umfasst gerade noch 4 km². Dieser Wald ist der artenreichste Tieflandregen­wald in Tansania. Ein Restbestand, der durch illegale Abholzung, dem Vordrin­gen einer invasiven Baumart und durch Waldbrände bedroht ist. Der Gecko pflanzt sich ausschließlich auf einer einzigen Baumart fort: der Pandanus-Palme. Diese wächst nur auf ca. 17 Prozent der Fläche im Kimboza-Wald, so dass der tatsächliche Lebensraum noch kleiner als die Waldfläche ist.

Der Thüringer Zoopark Erfurt, die Vivaristische Vereinigung e. V. und die Zoo­logische Gesellschaft für Arten und Populationsschutz (ZGAP) haben deshalb im August 2020 eine Kampagne und ein Projekt begonnen, den Gecko und sei­nen Wald zu erhalten. Das Projekt wird vor Ort von Dr. Charles Kilawe geleitet und wissenschaftlich durch die Sokoine Universität begleitet. Durch das Pro­jekt werden Waldbrandschneisen freigehalten, nicht-einheimische Bäume aus dem Regenwald entfernt und Patrouillen gegen Wilderei und illegalen Holzeinschlag durchgeführt.

Das erfolgreiche Projekt wurde 2023 erweitert. Es gibt jetzt zwei Rundwander­wege mit Infotafeln zu Besonderheiten. Der Ökotourismus soll 2024 weiter ausgebaut werden. Eine Baumschule wurde ebenfalls neu gebaut. 2023 wur­den allein 1800 einheimische Bäume und Pandanus-Palmen gepflanzt und der Wald renaturiert. Weitere Flächen sollen 2024 wieder aufgeforstet werden.

Sämtliche Arbeiten werden durch Menschen der umgebenden Dörfer durchgeführt und vom Projekt bezahlt. Sie wollen mithelfen? Kontakt und Infos zum Projekt gibt es beim Thüringer Zoopark Erfurt unter heike.maisch@erfurt.de.

Die Kampagne „Zootier des Jahres“

Die „Zootier des Jahres“- Artenschutzkampagne wurde 2016 mit dem Ziel ins Leben gerufen, sich für stark gefährdete Tierarten einzusetzen, die nicht so bekannt sind und deren Bedrohung bisher nicht oder kaum im Fokus der Öffentlichkeit steht. So konnten in der Vergangenheit beispielsweise wichtige Projekte für den Erhalt von Rotohraras in Bolivien, Scharnierschildkröten in Kambodscha oder Java-Pustelschweine in Indonesien realisiert werden. Bei den Bemühungen, die gesteckten Ziele für die im Fokus stehenden Arten zu erreichen, wird die ZGAP von ihren Partnern der Gemeinschaft der Zooförderer (GdZ), der Deutschen Tierpark-Gesellschaft (DTG) und dem Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) unterstützt.

Mit den Kampagnengeldern werden verstärkt Schutzmaßnahmen für verschiedene Geckoarten in Vietnam und Tansania umgesetzt und Umweltbildungsmaßnahmen gestartet. Spendengelder, die im Laufe dieses Jahres gesammelt werden, verstärken die Reichweite der Aktivitäten. In mehreren Regionen Vietnams werden etwa neue Erhaltungszuchtstationen errichtet oder bestehende Haltungen erweitert. In Tansania wird mit den Kampagnengeldern ein neues Schutzgebiet ausgewiesen und aufgebaut, um den Lebensraum der Himmelblauen Zwergtaggeckos zu vergrößern und die bisher getrennten Geckopopulationen wieder zusammenzubringen.

Weitere Informationen: https://zootierdesjahres.de/

Die nächsten Veranstaltungen

03.03.2024 | 11:00

Entdeckertage: Elefanten

 
16.03.2024 | 19:00

Taschenlampentour *AUSGEBUCHT*

 
31.03.2024 - 01.04.2024

Tierischer Osterspaß im Zoopark

 

Nicht verpassen: Fütterungszeiten

Die Tiere des Thüringer Zooparks erhalten in der Regel, fast wie wir Menschen, ihr Futter zu festen Tages- und Uhrzeiten. Bei einigen Tierarten haben die Besucher die Möglichkeit, bei einer teilweise kommentierten Fütterung zuzuschauen oder dem Tierpfleger Fragen zu stellen. Die Fütterungen dauern jeweils etwa 15 Minuten.

12:00 Uhr Kattas
Lemurenwald / Scheibe
13:15 Uhr Elefanten
Außenanlage
13:30 Uhr Bisons
Außenanlage
14:15 Uhr Keas
Vogelweg
14:30 Uhr Löwen
Außenanlage / Achtung: Freitag ist Fasttag!
15:00 Uhr Erdmännchen
Außenanlage
16:50 Uhr Löffelhunde
Löwensavanne

Tierpatenschaften

Eine tierische Verbindung: Werde Tierpate im Thüringer Zoopark Erfurt!

Du hast ein absolutes Lieblingstier oder möchtest den Thüringer Zoopark auf originelle Weise unterstützen? Mit einer Tierpatenschaft schlägst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe (natürlich nur im übertragenen Sinne): Wähle aus über 100 verschiedenen Tierarten deinen ganz persönlichen Liebling aus – für sich selbst oder das Büroteam, als besonderes Geschenk für ein Familienmitglied, den besten Freund, gute Bekannte oder eine Kollegin.

Eine Tierpatenschaft gilt für ein Jahr, kann aber auch gern länger oder dauerhaft eingerichtet werden.

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