
Hier lernst du nicht nur Wissenswertes über Tiere und ihre Lebensräume, sondern wirst auch für die Auswirkungen menschlichen Handelns auf Umwelt und Biodiversität sensibilisiert.
Unsere Zooschule ist BNE-rezertifiziert (Bildung für nachhaltige Entwicklung), was die hohe Qualität der pädagogischen Programme gemäß den Standards der Agenda 2030 bestätigt. Ziel ist es, Nachhaltigkeitsbewusstsein, Verantwortungsbereitschaft und Umweltkompetenz praxisnah und interaktiv zu fördern.
Bei Führungen, Workshops und Mitmach-Aktionen kannst du Bildung unmittelbar erfahren und die Zusammenhänge zwischen menschlichem Handeln und ökologischen Prozessen nachvollziehen. Der Zoopark wird so zu einem Ort des Lernens und der Forschung für alle Altersgruppen.
Weitere Informationen zu den Angeboten der Zooschule findest du hier.
Zoodirektor Jan Schleinitz und Tierärztin Tina Risch blickten gemeinsam auf die Highlights und Entwicklungen des Jahres 2025 zurück. Themen waren unter anderem die Besucherzahlen, die bewusste Weiterentwicklung des Tierbestands, wichtige Bauprojekte sowie die große Bedeutung von Artenschutz, Bildung und Investitionen in die Zukunft des Zooparks. Gleichzeitig gaben sie einen Ausblick auf 2026.
Ein besonderes Erlebnis wartete im Anschluss auf die Presse: ein medizinischen Tiertraining, erstmals gemeinsam mit dem Nachwuchs. Tierpflegerin Susanne Meyer erklärte dabei anschaulich, warum medizinisches Tiertraining in zoologischen Gärten eine zentrale Rolle spielt. Durch freiwilliges Mitmachen lernen die Tiere, bestimmte Abläufe wie Wiegen, Sichtkontrollen oder tierärztliche Untersuchungen stressfrei zu akzeptieren. Das Training stärkt das Vertrauen zwischen Tier und Pflegerteam, erhöht das Tierwohl und ermöglicht eine sichere, schonende medizinische Versorgung ganz ohne Zwang. Im Anschluss wartete ein saftiges Reh draußen auf der beheizten liegefläche für die gesamte Gepardenfamilie.
Die große Zoopark-Inventur 2025 zeigt: Wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück und gehen mit vielen Ideen, Projekten und tierischen Highlights motiviert in die Zukunft. Weitere Infos folgen!
In den Paketen steckte eine bunte Mischung, die für große Freude bei Mensch und Tier gesorgt hat: Von Futterbällen und Futterrollen für unsere Erdmännchen, über Bananenchips als Leckerli für die Affen, bis hin zu Spielzeug und Kork zum Schreddern für unsere Papageien. Auch Sämereien für Affen und Fossas, aus denen wir selbst Katzengras und Kräuter ziehen können, waren dabei. Unsere Hühner freuen sich über neue Futter- und Wasserautomaten, die Pferde über Führstricke und Striegel. Für die Präriehunde gab es Kräuterheurollen – und selbst an Dinge, die im Alltag enorm wichtig sind, wurde gedacht: eine Heizmatte für kranke Tiere, ein Kescher oder eine Löffelwaage zum Abwiegen kleinster Futtermengen.
Die Weihnachtsgeschenke sind weit mehr als nette Aufmerksamkeiten: Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur artgerechten Tierhaltung. Beschäftigungsmaterialien regen die Tiere geistig und körperlich an, fördern natürliche Verhaltensweisen wie Suchen, Knabbern, Zupfen oder Erkunden und sorgen für Abwechslung im Alltag. Das wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus und hilft, Stress oder Langeweile zu vermeiden. Dank eurer Unterstützung können wir unseren Tieren immer wieder neue Impulse bieten.
Danke für euer Engagement, eure Großzügigkeit und euer Herz für unsere Tiere.
Geplant sind neue Bildungsangebote, eine verbesserte Besucherführung sowie mehr Witterungsschutz für euch als Zoogäste. Außerdem stellte Jan Schleinitz die neue Beschilderung vor, die künftig schrittweise im gesamten Zoopark eingeführt wird: modern gestaltet, in deutscher und englischer Sprache, stärker an Lebensräumen orientiert und mit klarer Zuordnung der Tierarten. Der Madagaskar-Pavillon steht dabei beispielhaft für den Lebensraum Wald. Ganz praktisch wurde es für Chris ebenfalls: Gemeinsam mit Christin lernte er die tierischen Bewohner Madagaskars kennen, half bei der Futterzubereitung und beim Reinigen der Anlagen und nahm eine wichtige Erkenntnis mit nach Hause: Unsere Lemuren bekommen keine Bananen. Ein echtes Highlight war die Schaufütterung bei den Fossas: Die beiden Brüder ließen sich ihr Futter schmecken. Was es zu fressen gab, seht ihr demnächst auf unseren Social Media Kanälen.
Der Besuch zeigt, wie wir im Zoopark Artenschutz, Bildung und eine zukunftsorientierte, nachhaltige Zooentwicklung miteinander verbinden – und wie spannend ein Blick hinter die Kulissen sein kann.
Nicht nur der Feuersalamander steht bei uns auf der Kippe – er ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie wichtig die wissenschaftliche Arbeit moderner Zoos heute ist. Die heimische Amphibienart leidet massiv unter dem aus Asien eingeschleppten Bsal-Pilz. Viele Zoos im Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) halten daher jetzt Feuersalamander und forschen gleichzeitig daran, wie erkrankte Tiere wieder stabilisiert und gesund gepflegt werden können. Die Erkenntnisse aus Haltung, Tiermedizin, Genetik und Forschung fließen unmittelbar in den Schutz dieser Art ein.
Der Feuersalamander ist dabei nur ein Beispiel für die vielfältigen Artenschutzprojekte, die VdZ-Zoos, die Stiftung Artenschutz und auch Citizen Conservation gemeinsam voranbringen. Auch der Himmelblaue Zwergtaggecko, eines der seltensten Reptilien Afrikas, steht stellvertretend für das breite Engagement der Zoogemeinschaft. Ebenso zählen der Eurasische Luchs, der Waldrapp oder das Przewalskipferd zu jenen Arten, für die Zoos seit Jahrzehnten unverzichtbare Partner im Artenschutz sind.
Vor diesem Hintergrund kamen im Thüringer Zoopark Erfurt rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus deutschsprachigen Zoos zu einer zweitägigen gemeinsamen Fachtagung zusammen. Im Fokus stand, wie Haltung, Forschung und internationale Zusammenarbeit den Schutz bedrohter Arten langfristig stärken können.
Volker Homes, Geschäftsführer des VdZ, ist sich sicher: „Ob heimische Arten wie der Feuersalamander und der Luchs oder internationale Projekte wie den Schutz seltener Geckos: Die Tagung in Erfurt zeigte eindrucksvoll, wie eng verzahnt Forschung, Haltung und Artenschutz in Zoos heute sind. Die Zoogemeinschaft arbeitet national wie international wissenschaftlich fundiert zusammen – und schafft damit konkrete Perspektiven für den Erhalt bedrohter Tiere und ihrer Lebensräume.“
In Vorträgen und Diskussionen wurden aktuelle Entwicklungen im Schutz von Tierarten vorgestellt, ebenso wie neue Erkenntnisse aus der Forschung. So berichtete beispielsweise Dr. Heike Maisch, Kuratorin im Zoopark Erfurt, über Fortschritte im Schutz des Himmelblauen Zwergtaggecko in Tansania – ein Projekt, das zeigt, wie eng Zoos mit internationalen Partnern zusammenarbeiten, um Arten weltweit zu erhalten. „Mit unserem ersten eigenen Artenschutzprojekt übernehmen wir ganz bewusst Verantwortung für eine bedrohte Art, direkt dort, wo sie lebt. Durch Brandschutzmaßnahmen, das Entfernen invasiver Pflanzen und die Ausbildung und Finanzierung von Anti-Wilderer- und Anti-Waldbrand-Patrouillen schaffen wir Perspektiven für den Himmelblauen Zwergtaggecko.“
Tina Risch ergänzt als Tierärztin die Artenschutzarbeit durch ihre Expertise. Im heutigen Austausch mit anderen Forschenden stellte sie eine Übersicht der Forschungsprojekte vor, die der Zoopark in den vergangenen Jahren unterstützt hat – darunter Verhaltensstudien an Elefanten, Flamingos, Nashörnern und Geparden. Zudem berichtete sie über das gemeinsame Forschungsprojekt mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zur Impfung von Zoovögeln gegen das West-Nil-Virus sowie das begleitende Gnitzen-Monitoring im Zoopark.
Artenschutz geht auch in Erfurt vor Ort: Der Zoopark hält auf dem Bauernhof bedrohte Haus- und Nutztierrassen, vorwiegend aus Thüringen. Zudem schützen Beweidungsprojekte den über 14 Hektar großen Geschützten Landschaftsbestandteil (GLB) vor Verbuschung und erhalten wertvollen Trockenrasen. Zusätzlich erfassen Thüringer Ornithologen regelmäßig die Bestände heimischer Eulenarten auf dem Zoogelände – ein weiterer wichtiger Baustein im regionalen Naturschutz.
Da liegt es nur nahe, dass die Arbeit der modernen Zoos auch Thema beim Weltnaturschutzkongress der IUCN in Abu Dhabi war: Die Bedeutung von Zoos wächst, weil die Bedrohung der Arten in der Natur leider immer weiter zunimmt.