
Nicht nur der Feuersalamander steht bei uns auf der Kippe – er ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie wichtig die wissenschaftliche Arbeit moderner Zoos heute ist. Die heimische Amphibienart leidet massiv unter dem aus Asien eingeschleppten Bsal-Pilz. Viele Zoos im Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) halten daher jetzt Feuersalamander und forschen gleichzeitig daran, wie erkrankte Tiere wieder stabilisiert und gesund gepflegt werden können. Die Erkenntnisse aus Haltung, Tiermedizin, Genetik und Forschung fließen unmittelbar in den Schutz dieser Art ein.
Der Feuersalamander ist dabei nur ein Beispiel für die vielfältigen Artenschutzprojekte, die VdZ-Zoos, die Stiftung Artenschutz und auch Citizen Conservation gemeinsam voranbringen. Auch der Himmelblaue Zwergtaggecko, eines der seltensten Reptilien Afrikas, steht stellvertretend für das breite Engagement der Zoogemeinschaft. Ebenso zählen der Eurasische Luchs, der Waldrapp oder das Przewalskipferd zu jenen Arten, für die Zoos seit Jahrzehnten unverzichtbare Partner im Artenschutz sind.
Vor diesem Hintergrund kamen im Thüringer Zoopark Erfurt rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus deutschsprachigen Zoos zu einer zweitägigen gemeinsamen Fachtagung zusammen. Im Fokus stand, wie Haltung, Forschung und internationale Zusammenarbeit den Schutz bedrohter Arten langfristig stärken können.
Volker Homes, Geschäftsführer des VdZ, ist sich sicher: „Ob heimische Arten wie der Feuersalamander und der Luchs oder internationale Projekte wie den Schutz seltener Geckos: Die Tagung in Erfurt zeigte eindrucksvoll, wie eng verzahnt Forschung, Haltung und Artenschutz in Zoos heute sind. Die Zoogemeinschaft arbeitet national wie international wissenschaftlich fundiert zusammen – und schafft damit konkrete Perspektiven für den Erhalt bedrohter Tiere und ihrer Lebensräume.“
In Vorträgen und Diskussionen wurden aktuelle Entwicklungen im Schutz von Tierarten vorgestellt, ebenso wie neue Erkenntnisse aus der Forschung. So berichtete beispielsweise Dr. Heike Maisch, Kuratorin im Zoopark Erfurt, über Fortschritte im Schutz des Himmelblauen Zwergtaggecko in Tansania – ein Projekt, das zeigt, wie eng Zoos mit internationalen Partnern zusammenarbeiten, um Arten weltweit zu erhalten. „Mit unserem ersten eigenen Artenschutzprojekt übernehmen wir ganz bewusst Verantwortung für eine bedrohte Art, direkt dort, wo sie lebt. Durch Brandschutzmaßnahmen, das Entfernen invasiver Pflanzen und die Ausbildung und Finanzierung von Anti-Wilderer- und Anti-Waldbrand-Patrouillen schaffen wir Perspektiven für den Himmelblauen Zwergtaggecko.“
Tina Risch ergänzt als Tierärztin die Artenschutzarbeit durch ihre Expertise. Im heutigen Austausch mit anderen Forschenden stellte sie eine Übersicht der Forschungsprojekte vor, die der Zoopark in den vergangenen Jahren unterstützt hat – darunter Verhaltensstudien an Elefanten, Flamingos, Nashörnern und Geparden. Zudem berichtete sie über das gemeinsame Forschungsprojekt mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zur Impfung von Zoovögeln gegen das West-Nil-Virus sowie das begleitende Gnitzen-Monitoring im Zoopark.
Artenschutz geht auch in Erfurt vor Ort: Der Zoopark hält auf dem Bauernhof bedrohte Haus- und Nutztierrassen, vorwiegend aus Thüringen. Zudem schützen Beweidungsprojekte den über 14 Hektar großen Geschützten Landschaftsbestandteil (GLB) vor Verbuschung und erhalten wertvollen Trockenrasen. Zusätzlich erfassen Thüringer Ornithologen regelmäßig die Bestände heimischer Eulenarten auf dem Zoogelände – ein weiterer wichtiger Baustein im regionalen Naturschutz.
Da liegt es nur nahe, dass die Arbeit der modernen Zoos auch Thema beim Weltnaturschutzkongress der IUCN in Abu Dhabi war: Die Bedeutung von Zoos wächst, weil die Bedrohung der Arten in der Natur leider immer weiter zunimmt.
Informationen zur Rote Panda-Baustelle auf dem Plateau sowie zu allen anderen Baustellen tragen wir regelmäßig in einem Bautagebuch zusammen.
Ihr mögt es exklusiver und seid eine größere Gruppe? Kein Problem! Bucht die Abendsafaris auch außerhalb der öffentlichen Termine. Fragt am besten hier an: zooschule@erfurt.de oder telefonisch unter 0361-6554161.
Besonders aufregend: Nach dem Vorlesen erzählte Stephanie den Schülerinnen und Schülern, wie es ist, jeden Tag mit Löwen, Erdmännchen & Co. zu arbeiten, was zu ihren Aufgaben gehört und welche spannenden Erlebnisse sie schon hatte. Ein echtes Highlight für die Kinder!
Auch Christian Polozek-Becher, Vereinsvorstandsvorsitzender der Zooparkfreunde Erfurt e. V., war unterwegs. Er besuchte den Kindergarten in Vieselbach, schaute gemeinsam mit den Kindern in verschiedene Bücher und las ihnen vor. Mit Neugier, Spaß und tierischen Einblicken haben wir den Vorlesetag zu einem besonderen Erlebnis gemacht.
Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr!
Fossas, auch Frettkatzen genannt, kommen ausschließlich auf Madagaskar vor und sind dort die größten einheimischen Raubtiere. Sie sind hervorragende Kletterer und geschickte Jäger, die sich von Lemuren, kleinen Säugetieren, Vögeln und Reptilien ernähren. Leider gilt die Art laut Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet, vor allem durch die Zerstörung ihres Lebensraums und deren Bejagung. Wir möchten mithelfen, die Fossas zu schützen: Der Zoopark Erfurt plant, sich an einem Schutzprojekt auf Madagaskar zu beteiligen, das sowohl den Tieren als auch der dortigen Bevölkerung zugutekommt. Langfristig wollen wir außerdem zur Erhaltungszucht beitragen.
Der Einzug der Fossas markiert für den Zoopark einen wichtigen Meilenstein im Masterplan-Prozess des Thüringer Zooparks: Mit dem Madagaskar-Pavillon entsteht derzeit das erste Schaufensterprojekt. Ziel ist es, den ehemaligen Affenkomplex schrittweise zu einem modernen Themenbereich rund um bedrohte Arten Madagaskars zu entwickeln. In den kommenden Monaten und Jahren soll der Madagaskar-Pavillon weiter modernisiert werden – mit neuen Bildungsangeboten, einer verbesserten Besucherführung und einem besseren Witterungsschutz für die Zoogäste. Damit schafft der Thüringer Zoopark ein Beispiel für den Weg in eine zukunftsorientierte, nachhaltige Zooentwicklung.
Sukzessive werden alle Artenschilder und Themenschilder überarbeitet, sie erhalten ein neues Layout, teils neue Inhalte, die Text sind künftig in deutscher und englischer Sprache verfasst. Künftig wird sich die Beschilderung an Lebensräumen orientieren, die vorgestellten Arten werden den jeweiligen Lebensräumen zugeordnet. Der Madagaskar-Pavillon steht beispielhaft für den Lebensraum Wälder. Kommt vorbei und entdeckt unsere neuen Bewohner – die faszinierenden Fossas Bodo und Ravo! Wenn ihr den Schutz bedrohter Tierarten unterstützen möchtet, könnt ihr eine Tierpatenschaft übernehmen: Jetzt Tierpate werden
Freut euch auf Tierpflegersprechstunden bei Gepard, Nashorn, Elefant und Katta, bei denen ihr unseren Tierpflegerinnen und Tierpflegern all eure Fragen stellen könnt. Außerdem warten kommentierte Fütterungen bei den Bisons und Erdmännchen auf euch. Wer selbst aktiv werden möchte, darf bei der Hirschfütterung mit anpacken. Auch auf dem Bauernhof ist einiges los: Ponys und Esel freuen sich über Striegeleinheiten. Außerdem wird es in der Zooschule richtig spannend – hier könnt ihr Schlangen und Insekten aus nächster Nähe beobachten und sogar auf die Hand nehmen. Zusätzlich könnt ihr beim Trampeltiertraining live dabei sein und erfahren, warum wir das überhaupt machen – inklusive anschließender Foto-Gelegenheit. Der Zoopark lädt euch herzlich ein, die Herbstferien bei uns zu verbringen. Erfahrt Wissenswertes über Lebensweisen, Ernährung und Kommunikation unserer Tiere und erlebt unvergessliche Momente hier bei uns in Erfurt.
Wir haben zunächst alle Namen gelesen und die Vorschläge in eine Kiste gepackt, die in Frage kommen. Dann wurde ausgelost. Die glücklichen Gewinnerinnen und Gewinner dürfen sich jetzt über eine exklusive Führung mit Blick hinter die Kulissen freuen. Wer die kleinen Raubkatzen unterstützen möchte: Der Zoopark sucht Tierpatinnen für die Jungtiere. Infos dazu gibt’s bei der Thüringer Zooparkstiftung. Die Geburt ist auch ein wichtiger Erfolg für den Artenschutz – sie trägt zum Erhalt der stark gefährdeten Gepardenart im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) bei.
Im Sozialgefüge der Gruppe spielt sie eine ganz besondere Rolle: Csami ist die „liebevolle Tante“. Sie kümmert sich fürsorglich um den Nachwuchs Ayoka und ganz besonders um den jungen Elefantenbullen Banjoko. Die Beziehung der beiden ist außergewöhnlich eng, so eng, dass Csami den kleinen Banjoko sogar säugt, obwohl er nicht ihr eigenes Jungtier ist: „Dieses Verhalten hat uns zunächst überrascht“, erzählt Bereichstierpfleger Dirk Hebs. „Mittlerweile wissen wir, dass Csamis Milch genauso nahrhaft ist wie die von Elefantenkuh Chupa, Banjokos Mutter. Der Kleine wächst prächtig und seine beiden Stoßzähne zeigen sich auch schon. Das liegt sicher an der doppelten Portion Fürsorge und Milch“, schmunzelt Hebs. Auch mit Leitkuh Safari und Bulle Kibo versteht sich Csami bestens. Zwischen ihr und Kibo hat sich über die Jahre eine echte Freundschaft entwickelt. An Csamis Ehrentag überreichten die Tierpfleger eine besonders gesunde Reistorte und die obligatorische Rettich-Kerze durfte nicht fehlen. Der Zoopark wünscht ihr ein langes Leben!