Artenschutz im Zoopark

Moderne Zoos dienen der Erholung, Forschung und Bildung und setzen sich durch die Haltung besonderer oder von der Ausrottung bedrohter Tiere für den Artenschutz ein.

Doch warum ist Artenschutz so wichtig?

Zootiere sind Botschafter für ihre Lebensräume. Durch Umweltzerstörung, Raubbau an der Natur und der nicht nachhaltige Umgang mit den Ressourcen durch den Menschen, sind viele Tier- und Pflanzenarten von der Ausrottung bedroht. Auch indirekt über den Klimawandel und die Zunahme der Weltbevölkerung ist der Fortbestand vieler Arten gefährdet. 

OPA hilft!

Um das Überleben einer Art auf dem Planeten sicherzustellen, braucht es einen ganzheitlichen Plan - den One-Plan-Approach - kurz: OPA.

Der Lebensraum vor Ort (= in-situ) muss geschützt, erhalten oder renaturiert werden. Zugleich werden Populationen in Menschenobhut außerhalb des natürlichen Lebensraums (= ex-situ) angestrebt, wenn dieser nicht sicher oder zerstört ist. Halter wie wir arbeiten zusammen mit Forschern, Biologen, Tierärzten und weiteren Fachkundigen, um die Haltungsbedingungen zu verbessern, die Art nachzuziehen und gleichzeitig den natürlichen Lebensraum zu schützen. Letztendlich ist das Ziel, die Tiere wieder anzusiedeln.

Im vergangenen Jahr wurden 29,4 Millionen Euro weltweit in den Artenschutz investiert. Mehr als 800 Arten waren in den Projekten beteiligt. 

 

 

Artenschutz ist unsere Aufgabe!

So finden die Besucher auf dem Erfurter Bauernhof – einem Archehof – nicht nur bedrohte Haus- und Nutztierrassen aus Deutschland und speziell Thüringen, sie werden auch sinnvoll für Beweidungsprojekte vor Ort eingesetzt. Unser Geschützter Landschaftsbestandteil (GLB) nimmt über 14 ha des Zooparkgeländes ein. Durch die Beweidung wird der Trockenrasen vor Verbuschung und Bewaldung geschützt. Und auch immer mehr einheimische Tiere leben auf dem Gelände des Zoos und fühlen sich hier heimisch. Deshalb hat der Zoo Kontakt zum Verein Thüringer Ornithologen e.V. Ortsgruppe Erfurt. Sie zählen den Bestand von Waldohr- und Schleiereulen und wer weiß, vielleicht leben noch weitere Eulenarten auf den Bäumen des Thüringer Zooparks. Auch Nistkastenkontrollen werden durchgeführt.

Wir unterstützen weltweit Artenschutzprojekte!

Mit Hilfe der Zoobesucher und des Artenschutz-Euros unterstützen wir jedes Jahr verschiedene Artenschutzprojekte.Die Spenden, die im Container an der Kasse gesammelt werden, fließen in drei ausgewählte Arterhaltungsprojekte in Afrika. 

 

 

Zootier des Jahres 2026: der Kronenkranich

Lebensraumzerstörung, illegale Jagd, Gift und zunehmende Landwirtschaft machen ihm das Überleben schwer. In den Hütten bei der Afrikasavanne gibt es ab Frühjahr dazu eine Sonderausstellung. Mit dem Geld, das im Container an der Kasse gesammelt wird, werden drei Arterhaltungs-Projekte in Afrika unterstützt.

 

Das Kirindy-Projekt

Wir helfen unserem Projektpartner, Chances for nature den Kirindy-Trockenwald und einen Mangrovenwald auf Madagaskar zu erhalten. Kirindy ist für drei Tierarten der letzte Ort auf der Welt, an dem es sie noch gibt. Wer ein  Fossa im Freiland sehen möchte, wird dort am wahrscheinlichsten Glück haben. Es gibt dazu eine Sonderausstellung und einen Spendentrichter im alten Elefantenhaus ab Frühjahr 2026.

 

Das Kimboza-Forest-Gecko-Projekt  

Dieses führen wir zusammen mit der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz und der Vivaristischen Vereinigung e. V. durch. Das Projekt wurde vom Zoopark initiiert und ist somit das erste eigene Artenschutzprojekt. Inzwischen beteiligen sich Zoos, Museen, Botanische Gärten und private Halter und Züchter in ganz Europa an der Kampagne, um Geld für das Freilandprojekt zu sammeln. 
Klick hier für die neusten Infos zum Projekt. 

Du möchtest unsere Artenschutzarbeit unterstützen?

JETZT SPENDEN

Um Artenschutzprojekte möglichst erfolgreich umsetzen zu können, gibt es Dachverbände, die sowohl finanziell sowie personell die Arbeit zahlreicher Artenschutzorganisationen und Expertengruppen unterstützen. So sind wir nicht nur ein Teil eines weltweit agierenden Netzwerkes, sondern bringen uns auch aktiv mit unserer Expertise ein.

Der Thüringer Zoopark ist Mitglied in der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA), im Verband der Zoologischen Gärten e.V. (VDZ) und in der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP).

EAZA            VDZ         

 

Was ein starkes Netzwerk ermöglicht: 

Wir sind mit anderen Zoos im ständigen Austausch - auch, um Tiere zu tauschen und Tiere miteinander zu verpaaren. So wird eine genetische Variabilität ermöglicht, um vitale und gesunde Populationen zu erhalten. Genetische Studien helfen, Inzucht zu vermeiden. Zuchtbücher geben Einblick darin, welche Tiere besonders gut zusammen passen. 

Der Thüringer Zoopark Erfurt nimmt an folgenden Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP) sowie an Europäischen Zuchtbücher (ESB) teil: